body
farm
Mit
dem Titel "body farm" leitet Jürgen Witte mit seiner
Installation eine zunächst provokative Ebene ein.
Dieser
Begriff leitet sich zum einen aus der wellness- Bewegung her zum anderen
aber gilt er als Bezeichnung jenes amerikanischen Versuchsterrains,
das aus wissenschaftlichem, insbesondere kriminologischem Interesse
den Verwesungsprozess von Leichen dokumentiert. Wittes Installation
auf einer wild wachsenden Wiese in Ahlen begegnet dem Besucher zunächst
als Form der Malerei.
In
14 "in Reih´ und Glied´" aufgestellten Bundeswehretagenbetten
pflanzte er monochrome Farbflächen aus verschiedenen Sommerblumen.
Das was aus der Ferne fast wie ein Farbmuster erscheint, verwandelt
das Terrain zum einen ästhetisch, zum anderen allerdings auch atmosphärisch,
wenn man durch die Bettreihen spaziert. Eine Notbeleuchtung im Bettengang
verschafft den Blumen eine unheimliche Ruhe in den Abendstunden. Die
Ironie von Blumen belegten Betten erschließt ein Feldlager besonderer
Natur. Das Spiel zwischen Natur und Kunst, zwischen Authentizität
und Inszenierung umschließt den Betrachter.
Petra
Lindner, September 2002
Aus
dem Lager:
Sich
im Lager zu orientieren fällt niemanden schwer, es wird einem alles
sehr einfach gemacht. So einfach wie die Ausstattung, zweckgebunden
und karg, so kurz sind auch die Wege und so lang sind die Zeiten, die
hier verbracht werden können. Mitgenommen haben wir fast gar nichts,
uns auf das Wesentliche beschränkt. In den Morgenstunden wurde
uns Wasser gereicht, in den Mittagsstunden ein wenig Schatten durch
das weit sichtbare Feldzeichen. Nach zwei Wochen war alles vorbei.
Jürgen
Witte